Briefe aus dem Gefängnis zu Corona

27.03.2020, Gefangener, Maßregelvollzug Berlin
Telefone defekt
„Das Telefonieren ist hier kaum noch möglich, da die Stationstelefone ein wenig defekt sind, sie rauschen beim Telefonieren oder sind zu leise. Sie sind zu alt, um Ersatzteile zu erhalten. Deswegen schreibe ich meinen sozialen Kontakten meistens.“

27.03.2020 Gefangener, JVA Weiterstadt
Konsequenzen und Vergünstigungen
„Klar haben wir nun auch Konsequenzen zu spüren, wie z.B. dass die Besuche ausfallen oder dass viele Gefangen nicht arbeiten gehen können. Dafür haben wir mehr Telefonzeiten und wir haben doppelt so viel Freizeit und doppelt so viel Hofgang. Natürlich ist dies nur zu bewältigen, solange es noch gesunde Beamte gibt.“

26.03.2020, Gefangener, JVA Mannheim
Zeitungen als ‚Lebensspender‘
„Gerade in der heutigen Zeit, in der vielleicht einige Menschen außerhalb der Mauern spüren oder zumindest erahnen können, was es bedeutet, eingeschlossen und der Freiheit entzogen, auf engstem Raum (2,35 m2 Nettobewegungsfläche) eingepfercht zu sein, und dies für Tage, Wochen, Monate und Jahre, sind Zeitungen und Zeitschriften geradezu ein ‚Lebensspender'“

26.03.2020, Gefangener, JVA Hannover
Hochzeit in Gefahr
„Als ich in Haft das erste Mal wahrgenommen hatte, dass das Corona-Virus kursiert, dachte ich, wie wohl viele, dass ich damit nichts zu tun haben werde und dies mein persönliches Leben in Haft nicht einschränken wird. In diesem Zeitraum plante ich zudem gerade meine Hochzeit. Doch in relativ kurzer Zeit bemerkte ich um mich herum, dass es täglich neue Maßnahmen gab, die auch unmittelbar Einfluss auf mich hatten. So wurde plötzlich die Besuchsregel geändert. Besuche sollten plötzlich nur noch hinter einer Trennschreibe stattfinden … Meine Hochzeit stand die ganze Zeit auf der Kippe. Der Termin sollte der 18.3. sein. Als dieser näherrückte, gäbe es fast stündlich neue Ansagen der JVA dazu … Zum Termin ging ich nach vorne in die Besuchsabteilung. Der Besuchsbeamte sagte zu mir, dass ich meine Frau so wenig wie möglich berühren solle, was immer damit gemeint sein sollte. Doch in dem Raum saß meine Frau dann neben mir und wir konnten uns auch noch anfassen. Nach der Trauung gaben sie uns noch eine Stunde Zeit. Natürlich waren wir nicht alleine, der Pastor saß mit im Raum. Als wir dann nach dieser Stunde aus dem Besuchszimmer gingen, teilte uns der Besuchsbeamte mit, dass ab sofort alle Besuche in Niedersachsen bis auf weiteres gestrichen seien.“

26.03.2020, Gefangener, JVA Hannover
Schwerer, an Informationen zu kommen
„Da die Gefangenen es viel schwerer haben, an Informationen zu kommen, da sie keine Möglichkeit haben, das Internet zu nutzen, haben sie Angst. Fühlten sie sich schon vor dieser Krise ohnmächtig, weil sie von anderen abhängig sind, hat diese Angst erheblich zugenommen. Bei vielen stehen Entlassungsvorbereitungen an, die durch diese Situation völlig offen sind.“

26.03.2020, Gefangener, JVA Heilbronn
Skype ersetzt Besuche vor Ort
„Die bisher gravierendste Veränderung ist die Besuchsversagung für Familie, Freunde und auch selbst Anwälte … Wobei man auch sagen muss, dass die JVA alles dafür tut, was momentan möglich ist, um die sozialen Kontakte aufrecht zu erhalten. So hat jeder Gefangene die Möglichkeit via Skype mit seinen Angehörigen 1 x monatlich 1,5 Stunden zu skypen, … das entgangene Besuchsgeld (hier in Heilbronn ca 30 Euro pro Monat) (wurde) als zusätzliches Sondergeld genehmigt.“

26.03.2020, Gefangener, JVA Saarbrücken
Mit weiteren Einschränkungen rechnen
„Beim Telefonieren müssen nun Schutzmaßnahmen ergriffen werden (z.B. Tragen eines Mundschutzes). Mit weiteren Einschränkungen ist zu rechnen. Die Anstaltsleitung ist trotz der Krise bemüht, den Haftalltag so erträglich wie möglich zu gestalten. Es finden Quizzduelle statt. Das Telefonkontingent wurde erhöht, ab nächster Woche sind Skype-Telefonate möglich. Die Freistunde fand gestern zweimal statt … Die Inhaftierten, zumindest die meisten, verstehen den Ernst der Lage.“

26.03.2020, Gefangener, JVA Weiterstadt
Das Virus ernst nehmen
„Zur Abmilderung der Einschränkungen werden die Freizeiten und das Sportangebot für alle Gefangenen ausgeweitet. Soweit organisatorisch möglich, werden auch die Freistunden verlängert. Dass das Sportangebot ausgeweitet werden soll, kann ich selbst nicht verstehen, denn es heißt ja laut Robert-Koch-Institut, es sollen nicht mehr als 5 Personen zusammensein, und Sport in einer Halle schon mal gar nicht… Die Gefangenen nehmen die Sache leider hier nicht für ernst. Denn sie freuen sich, dass sie mehr Sport machen können. Ich selbst nehme die Sache sehr ernst, da ich selbst (seitdem ich 13 J. bin) beim DRK bin und weiß daher genau, was ein Virus, den man noch nicht besonders gut kennt, machen kann“

26.03.2020, Gefangene, JVA Frankfurt
Kein Gang mehr zur Bücherei
„Der Werkbetrieb, Bürokurs, Verkaufskurs, Ausbildungsbetrieb der Lehrküche zur Köchin und Servicekraft fallen bis auf Weiteres aus. Ab April entfallen die TV-Gebühren. Ab 31. März entfällt der Sichteinkauf, dafür Tüteneinkauf. Kein Gang mehr zur Bücherei. Alle Frauen, die nicht arbeiten, haben ab April Anspruch auf Taschengeld.“

24.03.2020, Gefangener, JVA Frankenthal
Großer Umzug innerhalb der Anstalt
„Wir mussten das oberste Stockwerk komplett räumen, um Platz für eventuell Infizierte zu schaffen. Dies war mit einem großen Umzug innerhalb der Anstalt verbunden. Die Bediensteten laufen mit Mundschutz sowie Latexhandschuhen herum. Schon irgendwie komisch. Ich hoffe, dass meine Familie nicht angesteckt wird, und dass meine Oma, die nun in der Türkei lebt, gesund bleibt.“

23.03.2020, Gefangener, JVA Bremervörde
Personal reduziert
„Erweiterte festgelegte Beschränkung ist, dass der Nachteinschluss ab dem 24.3.20 statt um 19.15 Uhr bereits 17.30 Uhr stattfindet, da das Personal reduziert wird.“

23.03.2020, Gefangener, JVA Wöllstein
Mehr Bewegungsfreiheit
„Ich bin in einem U-Haft-Flügel, wo es keine offene Freizeit gibt. Aufgrund von mir nicht erkenntlichen Gründen. Anscheinend wegen der Sicherheitslage von Untersuchungsgefangenen. Allerdings sind auch einige Strafgefangene hier untergebracht. Unsere Freizeit ist lediglich auf die Küche und einen Freizeitraum beschränkt. Da sich aber dort viele Gefangene täglich auf engstem Raum 2 Stunden aufhalten, ist unsere Freizeit nun offen. Heißt, wir können uns 2 Stunden am Abend frei auf unserem Flügel bewegen. Etwas gutes für uns. Der Gottesdienst findet nicht statt und die Geistlichen sind auch nicht persönlich zu empfangen. “

23.03.2020, Gefangener, JVA Straubing
Nach draußen keine Kontakte mehr
„Den über 60jährigen ist es hier freigestellt, ob sie arbeiten wollen oder nicht. Ansonsten läuft die Arbeit in den Betrieben noch einigermaßen normal. Das kann sich aber sehr schnell ändern. Auch wurden wir darauf hingewiesen, beim Hofgang und Aufschluss Rudelbildung zu vermeiden … Ich persönlich habe mit meinen fast 77 Jahren kein Problem mit Corona. Es wartet niemand auf mich und ich habe nach draußen keine Kontakte mehr.“

23.03.2020, Gefangener, JVA Sehnde
Telefone durchgängig freigeschaltet
„Es wurde einmal Seife an Inhaftierte verteilt, um sich oft die Hände waschen zu können. Verhaltens-Hygieneregeln wurden mehrsprachig auf der Station ausgelegt (auch bebildert für die Analphabeten). Der externe Anstaltskaufmann darf die JVA zum Glück noch beliefern und ich konnte einkaufen. Die JVA hat, wegen des Wegfalls der Besuche, die Telefone (auch in den Hafträumen) durchgehend ‚freigeschaltet‘, so dass ich nun rund um die Uhr telefonieren kann. Die JVA Sehnde hat den technischen Komfort, dass man auch Skype-Besuche durchführen kann. Die Freistunden finden auch statt.“

23.03.2020, Gefangener, JVA Straubing
Ausgiebige Lektüre
„‚Draußen‘ hätte ich mir längst eine Atemschutzmaske besorgt, das geht hier nicht. Schon wegen der vermeintlichen Vermummung … Da sämtliche Freizeitkurse gestrichen sind, reduziert sich das Anstaltsleben auf Hofgang und Zelle. Damit steigt die ohnehin gegebenene Tristesse noch einmal massiv an. Insofern ist es extrem wichtig, weiterhin die Süddeutsche Zeitung zu erhalten. Nunmehr ist die Lektüre noch ausgiebiger, weil dafür mehr Zeit vorhanden ist.“

23.03.2020, Gefangener, JVA Burg
Kaum noch Kontakt
„Bis auf die Küche und die Gefangenen, die für die Versorgung arbeiten, wurden alle Betriebe hier in der JVA bis auf Weiteres geschlossen. Es gibt unter den einzelnen Stationen kaum noch Kontakt.“

23.03.2020, Gefangener, JVA Zweibrücken
Stimmung angespannt
„Besuchssperre, eingestellte Arbeiten in fast allen Betrieben sowie Kontaktverbot. Die Stimmung ist zur Zeit überall angespannt. Man bekommt auch keine Bücher aus der Bibliothek.“

22.03.2020, Gefangener, JVA Hannover
Deutlichere Wahrnehmung
„Als alleinerziehender Vater, dessen Kinder mit ihrer Großmutter in einem Mehrgenerationenhaus leben, geht mir ebendiese Konstellation nun noch öfter durch den Kopf als an anderen Tagen. So ist dadurch auch die Last der eigenen Schuld an den Lebensumständen geliebter Menschen deutlicher wahrzunehmen. Doch diese Last muss nicht erdrücken, sie kann auch Motivation zur Veränderung sein.“

22.03.2020, Gefangener, JVA Heimsheim
Lage bislang ruhig
„Bisher ist die Lage noch ruhig, obwohl bereits alle Besuche abgesagt worden sind, alle ehrenamtlichen Gruppenleiter abgewiesen werden. Meine Schachgruppe läuft vorerst ohne Gruppenleitung, sondern nur unter den Freizeitbeamten weiter. Der letzte Einkauf hat gut geklappt. Die Frage ist, ob das so bleibt und wie lange? Für mich stellt sich zusätzlich die Frage, ob ich meine Medikamente gegen Depression noch bekomme werde. Wie lange werden wir noch Arbeit haben und arbeiten können? Ich bin ausschließlich auf meinen Lohn angewiesen, weil ich kein Sondergeld von Freunden oder Angehörigen bekomme. Wenn man hier nur noch Taschengeld auf Dauer hat, geht es einem schlecht.“

22.03.2020, Gefangener, JVA Hannover
Wunsch nach Gespräch auf Augenhöhe
„Bereits nach Erscheinen der ersten Ausgaben der FAZ mit den Warnhinweisen habe ich mir erlaubt, diese ganzseitigen Anzeigen auf den Fluren der Anstalt / des Hauses auszuhängen. Anfänglich wurden die entfernt und ich angemahnt, hier keine Panik zu schüren. Davon habe ich mich natürlich nicht abhalten lassen, die Informationen aus der FAZ und der taz (beides durch Freiabo in Bezug) sprachen eine klare Sprache. Ferner versuchte ich einen Gesprächstermin bei dem zuständigen Beauftragten des Hygieniemanagements zu bekommen, bis dato ergebnislos. Da ich u.a. auch berufsbedingt mit dem Seuchenschutzgesetz involviert war, hätte ich mir ein Gespräch auf Augenhöhe erhofft, ein frommer Wunsch auch das.“

22.03.2020. Sicherungsverwahrter, JVA Meppen
Hier herrscht generell gedämpfte Stimmung
„Als Sicherungsverwahrter habe ich inzwischen mit dem Leben abgeschlossen. Von den 10 hier Verwahrten sind innerhalb von knapp einem halben Jahr 3 Personen verstorben. Von daher herrscht hier generell gedämpfte Stimmung. Da wir vielen Beschränkungen unterliegen, ist für uns die Lage im Groben gleich geblieben. Ein wenig Unruhe wird lediglich durch die Bediensteten erzeugt. Dies liegt aber auch daran, dass sie zwischen zwei Welten pendeln.“

21.03.2020, Gefangener, JVA Oldenburg
Ohnehin in Isolationshaft
„Da ich mich mittlerweile seit 15 1/2 Jahren ununterbrochen in quarantäneähnlicher Isolationshaft befinde und ich schon von daher genötigt bin, weitestgehend ohne persönliche menschliche Kontakte zu überleben, ergeben sich für mich durch die Corona-Krise keine weiteren Einschränkungen – mehr soziale Isolation ist auch hinter Gittern einfach nicht möglich.“

21.03.2020, Gefangener, JVA Willich
Vielleicht auch eine Chance?
„Ich fühle mich schwach und leer, aber klammere mich an meinen Glauben und habe Hoffnung. ‚Alles wird gut.‘ – daran denke ich nicht, denn dafür habe ich zu viele Dinge und Schicksale erlebt. Aber wir müssen alle zusammenhalten und solidarisch und vernünftig leben. Und vielleichtist diese schwere Zeit auch eine Chance in unserer rasenden und digitalen Zeit.“

21.03.2020, Gefangener, Untersuchungshaftanstalt Hamburg
Vollständiger Einschluss
„Seit Freitag vollständiger Einschluss in der Zelle, 24 Stunden, für das Essen geht nur die Klappe in der Zellentür auf… Mir tun die Mitgefangenen leid, ohne Besuche, Zelle zu und fertig. Ich bin da eine Ausnahme, die nicht zählt. Schon früh bat ich meine Verlobte, meine Mutter, ein Gefängnis nicht zu betreten.“

20.03.2020, Gefangener, JVA Bayreuth
Entlassung rückt in weite Ferne
„Was mich persönlich sehr bewegt, ist, dass der seit Monaten bestellte Gutachter nun auf unbestimmte Zeit wegbleibt, eine Entlassung in weite Ferne rückt und meine von mir geführten Zivilprozesse nicht zum Abschluss kommen. Immerhin geht es bei mir um mehrere Jahre und darum, endlich meine Unschuld beweisen zu können.“

20.03.2020, Gefangener, JVA Brandenburg
Von Informationen aus der Zeitung abhängig
„Da ich hier in der Krankenhausabteilung arbeite, habe ich natürlich einen detaillierten Einblick. So wurden nach Bekanntwerden der Krise sowohl in den Räumlichkeiten der Sotha wie auch im Krankenhaus sicherheitshalber zwei komplette Flügel für Verdachtsfälle geräumt. Es wurden Informationen zum allgemeinen zukünftigen Verhalten ausgegeben und mitgeteilt, dass ab sofort sämtliche Besuche von Angehörigen, aber auch Ausführungen, Ausgänge sowie sämtliche Lockerungen gestrichen sind. Die Hausarbeiter sind angehalten, Türklinken u.ä. mehrmals täglich zu desinfizieren und auf Sauberkeit zu achten. Einzeltherapeuten sowie externem Personal wird das Betreten der Anstalt verweigert. Letztendlich sind wir derzeit tatsächlich von Informationen und Kontakten über die Zeitung oder durch das Telefon abhängig.“

20.03.20 Gefangener, Sozialtherapeutische Anstalt Hamburg
Anstalt abgeschottet
„Noch kein Verdachtsfall bekannt, eine Station wurde zur Quarantäne-Station umfunktioniert, die Anstalt abgeschottet, das bedeutet Besuch 1 x monatlich 1 h mit Trennscheibe, keine Langzeitbesuche, keine Ausgänge oder sonstige Vollzugslockerungen, kein Kraftsport (wegen der Verletzungsgefahr), keine Freizeitgruppen, kein Körperkontakt zu anderen Insassen… Alle Insassen sind sehr besonnen und ruhig, machen sich jedoch Sorgen um ihre Angehörigen in Freiheit. Mich bewegt am meisten die Distanz zu meiner Partnerin.“

20.03.20, Gefangener, JVA Kaisheim
Keine Besuche, aber Telefongespräche
“ Auch hier werden Schritte unternommen – wie bis ca. 20.4.20 kein Besuch mehr für Gefangene, mal seh’n, wie’s weiter verläuft. Die Lage ist hier gespannt, da viele Vergünstigungen wegfallen – und noch werden. Wir dürfen aber unsere Bekannten anrufen. Wird bei Antrag großzügiger gehandhabt, da früher so viele Telefongespräche abgelehnt wurden. Übrigens die JVA macht auch Rundgänge, wo die Leute sich informieren können. Duschen, Aufschlüsse, was man von sich aus organisiert, ist noch im realen Bereich“

19.03.20, Gefangener, JVA Neumünster
Sorgen um die Familie
„Zuerst wurde hier bekanntgegeben, dass bis auf Weiteres der Besuch komplett gestrichen ist, am 17.3. wurde die Berufsschule zugemacht, und ab dem 26.3.20 wird die Schule komplett geschlossen. Die Ausbildungs- und Arbeitsbetriebe werden auch noch den Betrieb einstellen. Ich war erstmal erschrocken, wie rasant sich der Corona-Virus verbreitet hat und mache mir Sorgen um meine Familie. Extrem belastet mich, dass mein Bruder an Krebs erkrankt ist. Dieses Jahr hatte er mehrere OP’s, so dass er mich nicht besuchen konnte und nun ist der Bezug abgesagt.“

19.03.20, Gefangener, JVA Werl
Stimmung schon etwas aggressiver
„Das macht die Stimmung untereinander schon etwas aggressiver. Viele können ihre Familien, Partner und die Kinder vorerst nicht sehen. Was mich selbst arg bewegt, dass man hier kaum informiert wurde, oder erst dann, wenn schon Maßnahmen eingeleitet wurden. Dazu kommt, dass man hier nicht einfach zum Arzt oder Sanitätsdienst darf.“

18.03.2020, Gefangener, JVA Lingen
Alles auf Notprogramm
„Bewegen tut mich am meisten, dass ich nicht telefonieren kann. Da hier die Zahlstelle nicht besetzt ist, läuft alles auf Notprogramm. Das heißt, keine Überweisungen, kein Kontakt zur Familie.“